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Mehr als Geld, Nr. 10

Wie sollte dein Depot aussehen?

Frage: Warum schaut dein Depot so aus, wie es ist?

Vielleicht deswegen: weil du dein Leben damit mit der höchsten Wahrscheinlichkeit finanzieren kannst. Bei gleichzeitig geringstem Risiko.

Das wär meine Antwort.

Dazu drei Überlegungen:

1. Wie viel Risiko brauchst du?

Dein Leben kostet Geld. Vielleicht mehr als du heute hast. Die Lücke dazwischen muss die Rendite schließen. Ist sie groß, brauchst du wahrscheinlich die Rendite vom Aktienmarkt. Ist sie klein, brauchst du weniger. Das ist deine Risikonotwendigkeit.

2. Wie viel Risiko hältst du aus?

Brauchst du nach Regel 1 die Rendite vom Aktienmarkt, kriegst du sie nicht ohne dem entsprechenden Risiko. Also: Wie viel vorübergehenden Verlust hältst du aus, ohne panisch zu verkaufen? Weil die beste Rendite nix bringt, wenn du im Crash aussteigst. Das ist deine Risikobereitschaft.

3. Wie viel Risiko kannst du dir leisten?

Selbst wenn du die Nerven hast: Kannst du dein Leben auch dann bezahlen, wenn die Kurse grad unten sind? Liegt das Geld für die nächsten Jahre safe auf einem Tagesgeldkonto, musst du nicht zum schlechtesten Preis verkaufen. Und auch nicht nervös werden. Erst dann ist das Risiko aus Regel 1 und 2 auch tragbar. Das ist deine Risikokapazität.

Wenn alle drei zusammenpassen, passt dein Depot zu deinem Leben.

Und was kann dir den Plan kaputtmachen?

Deine Risikowahrnehmung.

Steigen die Aktien seit zehn Jahren, spürst du kein Risiko mehr. Gefühlt gab's ja auch keins. Dann packst du mehr in Aktien, als gut für dich ist. Oder als du nach Regel 1 überhaupt brauchst. Weil du dich anstecken lässt von den überschwänglichen Rendite-Erzählungen der anderen Und beim nächsten Crash kommt das böse Erwachen. (Der kommt. Ganz sicher.)

Andersrum genauso: Crasht es grad, fühlt sich alles nach Risiko an und Aktien wie Teufelszeug. Dann denkst du nicht mal dran, in Aktien zu investieren. Obwohl du's nach Regel 1 vielleicht müsstest. Und nach Regel 3 vielleicht könntest. Und nach Regel 2 sogar dürftest.

Genau dieses Auf und Ab im Kopf bremst dich und deinen Erfolg.

Kennst du deine drei Antworten? Und würdest du im nächsten Crash noch dieselben geben? Antworte mir einfach, ich antworte auf jede Mail.

Schönen Sonntag noch.

Beste Grüße,
Matthias