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Mehr als Geld, Nr. 8

Warum Wissen allein nicht reicht

Es war noch nie so leicht, alles über Geld und dessen Umgang zu wissen.

Was ein ETF ist, wie der Zinseszins arbeitet, wie groß die flüssige Reserve sein sollte: Das steht alles frei im Netz. In Büchern, Videos, Podcasts. Besser erklärt als je zuvor.

Und trotzdem liegt das Geld rum, ohne konkrete Aufgabe.

Auf dem Tagesgeld, auf dem Girokonto, in der Warteschleife halt. Oft seit Jahren. Bei Leuten, die längst wissen, wie's eigentlich besser ginge.

Woran liegt's dann?

Ich glaub: Wissen beantwortet die falsche Frage. Wissen beantwortet "Wie geht das?". Die Frage, die einen aber zögern lässt, ist aber eine andere: „Was, wenn ich's falsch mach?"

Und gegen die hilft kein weiteres Video.

Du kennst das vom Rest des Lebens. Wie man fitter wird, weiß jeder: mehr Bewegung, mehr Schlaf, weniger Zucker. Das Wissen ist nicht das Problem. Das Problem ist der Moment, in dem die Couch näher ist als die Laufschuhe.

Beim Geld ist der Moment noch schwerer. Weil an einer Geldentscheidung mehr dranhängt als an einer Trainingseinheit: Sicherheit. Familie. Die Angst, einen Fehler nicht mehr gutmachen zu können. Die Angst vor der Ungewissheit.

Also liest man lieber noch ein Buch. Schaut noch ein Video. Vergleicht noch einen Anbieter. Fühlt sich produktiv an. Und auch gut. Ist aber oft nur die bequemste Art, nichts zu entscheiden. (Ich kenn das von mir selber, bei mir sind's dann halt Fachbücher.)

Der Graben zwischen Wissen und Tun wird nicht mit noch mehr Wissen aufgefüllt. Da helfen nur konkrete Mini-Schritte, feste Strukturen und das Beseitigen emotionaler Hürden. Gut, für den Anfang das Erkennen emotionaler Hürden. Sie sind da. Auch bei dir. Safe.

Wo sammelst du grad noch Wissen, obwohl du eigentlich längst entschieden hast? Antworte mir einfach, ich antworte auf jede Mail.

Schönen Sonntag noch.

Beste Grüße,
Matthias