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Mehr als Geld, Nr. 9

Muss dein Geld noch wachsen?

„Nur weil du nicht in den Aktienmarkt investierst, bist du noch lange nicht dumm.“

Wenn ich mir die Nachrichtenlage so anschauen, wird schon gelegentlich das Gegenteil vermittelt.

Ein Erbe, eine größere Auszahlung oder eine Abfindung – wie jetzt beim Abfindungsprogramm von BMW. Plötzlich steht eine größere Summe im Raum. Und gefühlt kommen sofort die Kommentare:

„Schnell anlegen! Die Inflation! Du musst doch was machen!“

Ja, Inflation kostet Kaufkraft. Angekommen. Aber eine vorschnelle, nicht durchdachte Anlageentscheidung kostet dich möglicherweise ein Vermögen.

Deshalb würde ich zuerst klären, was dein Geld für dich leisten soll. Und dann, wie du es anlegst.

Gerade eine Abfindung muss vielleicht erst einmal das fehlende Gehalt ersetzen. Oder den Wechsel in eine andere Arbeit ermöglichen. Da würde ich gern wissen, wann du wie viel Geld brauchst, bevor wir darüber reden, welche ETF-Strategie es werden soll.

Und vielleicht zeigt die Rechnung dann: Dein Geld reicht bereits, um dein Leben und deine Wünsche zu finanzieren. Heute und auch später. Mit steigenden Preisen und einer Reserve für Unerwartetes berücksichtigt.

Geheimnis: Dann musst du es nicht um jeden Preis weiter vermehren.

Warum? Weil Wachstum kein Selbstzweck ist.

Es ist ein Werkzeug für die Lücke zwischen dem, was du hast, und dem, was du für dein gewünschtes Leben brauchst.

Gibt es diese Lücke nicht, musst du nicht allein deshalb zusätzliches Anlagerisiko eingehen, weil andere das für selbstverständlich halten.

Du darfst trotzdem investieren. Aber du musst niemandem mit deinem Depot beweisen, dass du vernünftig mit Geld umgehen kannst. Auch nicht dir selber, by the way.

Für mich bleibt deshalb die Reihenfolge:

Erst das Leben, dann der Plan, dann das Produkt.

Schönen Sonntag noch.

Beste Grüße,
Matthias