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Morgenlicht über einer stillen Wasserfläche

Das geerbte Depot: behalten oder auflösen?

Jede Position darin ist eine Entscheidung, die jemand anders getroffen hat.

Ein geerbtes Depot ist ein seltsames Ding. Es gehört dir, aber es ist nicht deins. Jede Position darin ist eine Entscheidung, die jemand anders getroffen hat — aus Gründen, die du nicht kennst.

Die häufigsten Fälle

Einzelaktien aus einem langen Leben. Oft drei, vier Werte, manchmal der frühere Arbeitgeber. Steuerlich eventuell mit hohen Gewinnen, emotional mit einer Geschichte. „Die Telekom-Aktien hat Papa damals gekauft."

Alte, teure Fonds. Aktiv gemanagt, mit laufenden Kosten, die heute niemand mehr zahlen würde. Sie laufen weiter, weil sie nie jemand hinterfragt hat.

Ein Sammelsurium. Jede Bankberatung der letzten dreißig Jahre hat eine Spur hinterlassen. Zusammen ergibt das selten eine Strategie.

Was beim Erben steuerlich passiert

Du übernimmst das Depot mit den ursprünglichen Anschaffungsdaten. Die Gewinne, die über Jahrzehnte aufgelaufen sind, wandern also mit — und werden fällig, sobald du verkaufst.

Das ist der Punkt, an dem viele stecken bleiben: Verkaufen kostet sofort Steuer, Behalten kostet vielleicht mehr. Hier lohnt sich die genaue Rechnung, und für die Details gehört ein Steuerberater dazu.

Die Frage ist nicht, ob es gute Anlagen sind

Die Frage ist, ob es deine sind.

Ein Depot muss zu dem passen, was du damit vorhast, zu deinem Zeithorizont und zu dem, was du an schlechten Tagen aushältst. Nichts davon kannte der, der es zusammengestellt hat. Er hat für sein Leben geplant, nicht für deins.

Deswegen ist auch „Papa hat sich schon was dabei gedacht" keine Anlagestrategie. Er hat sich etwas gedacht — für seine Lage, sein Alter, seine Ziele.

Und das Depot so zu lassen, wie es ist, ehrt ihn nicht. Es hält eine Entscheidung fest, die er unter anderen Voraussetzungen getroffen hat und heute vielleicht selbst anders treffen würde.

Du kannst wertschätzen, was er aufgebaut hat, und es trotzdem an dein Leben anpassen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Wie ich vorgehe

Erst durchsehen: Was steckt drin, was kostet es, was hängt steuerlich daran? Dann vergleichen mit dem, was du eigentlich brauchst. Und dann in Schritten umbauen, statt an einem Tag alles zu verkaufen.

Was bleiben darf, bleibt. Manchmal ist die Antwort tatsächlich: Das passt, lass es liegen. Nur sollte das eine Entscheidung sein und kein Versehen.

Du hast ein Depot geerbt und weißt nicht, ob es zu dir passt?

Wie das bei dir aussieht, schauen wir uns gemeinsam an. In Ruhe und ohne dass danach was passieren muss.

Rund 60 Minuten. Du musst nichts vorbereiten, nichts entscheiden, und es folgt kein Anruf hinterher.

Matthias Hawe

Die ersten zwölf Wochen nach dem Erbe.

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