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Ein Fluss zieht ruhig durch eine offene Landschaft

Was vom Erbe wirklich übrig bleibt

Im Erbschein steht eine Zahl. Verfügbar ist fast immer deutlich weniger.

Im Erbschein steht eine Zahl. Die meisten rechnen ab da mit dieser Zahl weiter — und wundern sich zwei Jahre später, wo die Hälfte geblieben ist.

Zwischen dem, was du geerbt hast, und dem, worüber du verfügen kannst, liegen vier Posten.

1. Die Steuer

Sie fällt an, bevor irgendetwas flüssig ist, und sie richtet sich nach dem Wert des Nachlasses — nicht danach, ob du an das Geld herankommst. Bei einem Haus im Nachlass ist das regelmäßig ein Problem für sich.

2. Die Geschwister

Wenn ihr mehrere seid, gehört dir ein Anteil an einer Gemeinschaft. Das Haus gehört euch zusammen. Willst du das Haus, musst du die anderen auszahlen. Diese Summe ist weg — und mit ihr alles, was dieses Geld über die Jahre gebracht hätte.

Das ist der Posten, den fast niemand mitrechnet. 200.000 Euro Auszahlung sind nicht 200.000 Euro Kosten. Über zwanzig Jahre sind sie ein Vielfaches davon.

3. Was das Geerbte selbst kostet

Ein Haus, das dreißig Jahre bewohnt wurde, braucht etwas. Heizung, Dach, Fenster. Eine Eigentumswohnung hat eine Rücklage, die zu klein ist. Ein Depot hat Kosten, die bisher niemand hinterfragt hat.

Nichts davon steht in der Urkunde. Alles davon kommt.

4. Die Rücklage, die du behalten solltest

Nicht alles, was übrig bleibt, gehört angelegt. Was in den nächsten drei bis fünf Jahren gebraucht wird — oder gebraucht werden könnte — bleibt liquide. Dazu ein Puffer für das, was niemand plant.

Das ist die Voraussetzung dafür, den Rest in Ruhe anlegen zu können. Wer keine Rücklage hat, verkauft im ersten Sturm.

Erst danach beginnt die eigentliche Frage

Was nach diesen vier Posten übrig ist, ist deine echte Zahl. Mit der wird gerechnet. Sie ist fast immer kleiner als erwartet und trotzdem größer, als viele denken — weil auf der anderen Seite oft Schulden stehen, die sich jetzt tilgen lassen, oder Versicherungen, die niemand mehr braucht.

Diese Rechnung dauert einen Termin. Sie kostet dich nichts außer Ehrlichkeit bei den Zahlen, und sie verhindert die teuerste Sorte Fehler: den, der auf einer falschen Grundlage getroffen wurde.

Warum das vor die Anlagefrage gehört

Die Frage „welcher ETF" ist erst dann sinnvoll, wenn feststeht, wie viel Geld überhaupt für zwanzig Jahre zur Seite gelegt werden kann.

Andersherum passiert es trotzdem ständig: Erst wird angelegt, dann kommt der Steuerbescheid, dann muss wieder verkauft werden — womöglich mit Verlust und mit Steuern auf Gewinne, die es gar nicht gab.

Du willst wissen, was nach Steuer und Kosten wirklich übrig bleibt?

Wie das bei dir aussieht, schauen wir uns gemeinsam an. In Ruhe und ohne dass danach was passieren muss.

Rund 60 Minuten. Du musst nichts vorbereiten, nichts entscheiden, und es folgt kein Anruf hinterher.

Matthias Hawe

Die ersten zwölf Wochen nach dem Erbe.

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